Lecker, Deftig, Vegan

Die Unübersichtlichkeit hier nervt, auch ist die Seite meist nur schlecht, oft gar nicht erreichbar.
Daher findet ihr mich nicht mehr länger hier.

Ab sofort geht’s hier weiter: Lecker, Deftig, Vegan

Wieso kein Fleisch?

Wenn man Veganer wird verändert sich die Perspektive aus der man Fleisch und andere tierische Produkte betrachtet. Menschen, die weiterhin Fleisch essen fällt es oft schwer, diese Perspektive nachzuvollziehen. Am Beispiel von Schweinen versuche ich meine Sicht nachvollziehbar zu machen für die, die es interessiert. Ich verzichte dabei auf grausame Bilder und bin bemüht, sachlich zu bleiben. Die Links im Text führen zu meinen Quellen, nicht zu Schlachtvideos oder ähnlichem.

Unser heutiges Hausschwein wurde aus dem Wildschwein gezüchtet. Das heißt, wir Menschen haben das natürlich vorkommende Wildschwein als gute Nahrungsquelle erkannt und es über Jahrtausende durch Zucht so verändert, dass eine noch bessere Nahrungsquelle für uns darstellt. Ein heutiges Schlachtschwein wird nach weniger als einem Jahr Lebenszeit getötet und verzehrt. 46 Schweine isst ein Deutscher durchschnittlich im Laufe seines Lebens.

Schweine werden gegessen, weil Schnitzel, Salami, Schinken, Filet, Kotelett und Rippchen gut schmecken. Wir sind mit diesen Gerichten groß geworden, sie sind überall erhältlich, gehören zu unserem Alltag, zu unserem Komfort und man isst eben auch gerne gut in geselliger Runde. Dass der Mensch ein Omnivore (Allesfresser) ist, kann man kaum bestreiten. Welcher reine Pflanzenfresser käme auf die Idee, ein Tier anzuknabbern und welcher reine Fleischfresser würde gerne Möhren kauen.

Wie und was gegessen wird, hat seinen Ursprung in der Natur des Menschen, ist mittlerweile Teil der Kultur und was wir essen hängt darüber zuletzt auch mit unserer Identität zusammen. Verständlich also, dass man seine Gewohnheiten nicht infrage stellen und sich schon gar keine Vorwürfe für selbstverständliches Verhalten anhören möchte.

Den Blick auf’s Fleisch zu drehen ist demnach schwer und hat auch bei mir gedauert. Tatsächlich fielen mir erst, als ich bereits vegan war(!) die Schuppen von den Augen.
Die Schwierigkeit liegt darin, die Gewohnheit, die wie Milchglas die Sicht vernebelt, einmal auszublenden. Bilder von Tieren auf dem Bauernhof und im Stall, sogar in diesen kleinen Boxen, in denen die Tiere dort meist leben sind uns von klein auf bekannt. Ich habe als Kind mit einem Bauernhof von Lego Duplo gespielt. Da ist es selbstverständlich, dass das Schwein auf dem Hof lebt, das muss einfach so sein.

Das Schwein ist aber, wie oben beschrieben eben nicht von selbst zum Bauern gekommen und dass es dorthin gehört, hat der Mensch bestimmt, der es nun einmal essen wollte.
Das Schwein gehört genauso auf den Bauernhof wie die Frau in die Küche und der Knecht ins Gesindehaus. Frau und Gesinde haben sich mittlerweile mehr oder weniger erfolgreich gewehrt.
Das Schwein kann aber nicht sprechen. Wie so ein Schwein sich fühlt und was an „Gedanken“ in einem Schweinehirn vor sich geht, kann man nicht nachvollziehen. Fakt ist aber, Schweine sind soziale Wesen, die Bindungen aufbauen können und ein Maß an Intelligenz besitzen, das mit dem von Affen vergleichbar ist.

Mit welchem Recht nehmen wir uns ein anderes fühlendes Wesen, verändern seinen Körper, damit er unseren Zwecken dient, quälen es und töten es noch im Kindesalter?
In der Küche und im Schlachthof herrscht noch das Recht des Stärkeren. Ethik, die ansonsten in verschiedenster Form unseren Alltag begleitet, hat hier nicht so richtig Zugang gefunden. Die Betroffenen konnten sich aber auch wirklich schlecht artikulieren. Weitere Gründe liegen wie oben beschrieben in unserer Vergangenheit.
Im Hier und Jetzt ist das einzige (!) stichhaltige Argument, das ein Mensch (der in einem reichen Industrieland lebt) noch hat, Fleisch zu essen,dass es ihm gut schmeckt.
Und das – mit Verlaub – birgt eine Doppelmoral die nur durch die Milchglasscheibe der Gewohnheit und Einbettung in unsere Kultur den selben Menschen nicht zum Aufschrei über sich selbst bringt.

Jemanden oder etwas zu töten, nur weil es einem gefällt, gilt als abscheulich und als Zeichen schlechten Charakters. Auf Berichte über Hunde- und Katzenquäler wird mit Rufen nach Kastration und schlimmerem reagiert. Hunde und Katzen sind nicht liebevoller, klüger oder bessere Haustiere als Schweine, sie haben in unserer Kultur einfach nur eine andere Rolle.

Um meine Perspektive richtig zu verstehen, hilft es daher, diese Rollen einfach zu vertauschen: Man stelle sich vor, Hunde würden zum Verzehr gezüchtet. Einmal ohne auf die Unterschiede zwischen fiktiver artgerechter Bio-Streichelhaltung und Massentierhaltung einzugehen.

Man nehme also einen Welpen, mäste ihn bis er sein Maximalgewicht erreicht hat, fahre ihn dann zum Schlachthof, schlachte ihn, lasse ihn ausbluten und zerteile ihn in Filets, Rippchen, Koteletts, verwurste ihn, bereite Hundesülze zu und esse schließlich alles mit Genuss. Warum? Na, weil es eben so gut schmeckt. NEIN, das ist absolut NICHTS anderes und nicht im geringsten anders zu bewerten, als das was wir mit sogenannten „Nutz“-Tieren tun.

Zu verstehen, WIRKLICH zu verstehen, wie wir mit Tieren umgehen und was wir ihnen antun ist unheimlich schwer, weil es ein Denken erfordert, das konträr zu den Gedankenmustern ist, mit denen wir aufgewachsen sind und die uns tagtäglich neu bestätigt werden. Alle tun es und es ist ganz normal, auch wichtig und gesund etc…
Wenn man wirklich verstanden hat, was hier geschieht, dann sind Vergleiche mit der Sklaverei, sogar mit Konzentrationslagern überhaupt nicht mehr abwegig und es wird verständlich, warum es Veganern und Vegetariern so schwer fällt, diese Themen sachlich anzugehen.

Das hier unten ist übrigens Esther. Sie ist ein geliebtes Haustier, das fast genauso lebt wie unsere Hunde.

Wer wirklich verstehen will, sollte jetzt einfach mal „Schweinemast“ googlen und die Bilder anschauen und dann versuchen, sich in das Schwein hinter dem Gitter reinzufühlen oder sich vorstellen, man sähe Hunde anstelle von Schweinen. Das bezahlen wir, wenn wir Fleisch essen. Und nein, nicht die Gefühle abschotten und sich sagen „das berührt mich nicht“.
Denn was bitte macht uns Menschen denn so besonders, wenn wir uns nicht erheben, um zu sagen: Ich muss meiner tierischen Natur nicht folgen, ich kann mich in andere hineinfühlen, ich kann denken und auch die Bedürfnisse von Schwächeren in mein Handeln einbeziehen.

Frischkäsehimmel

Geschmacksorgasmen.

Bisher kannte ich nur Heirler „Wie Frischkäse“ und fand es als Ersatz ganz ok, pur aber nicht besonders toll.
Daher habe ich mir bei meiner letzten alles-vegetarisch-Bestellung den Soyananda Rahmfrischkäse mitbestellt, aber nicht allzuviel erwartet und war beim Probieren sehr erstaunt.

Die Konsistenz ist cremig, so richtig cremig, wie ich es bisher nur von Milchprodukten kannte. Der Geschmack erinnert NULL an Soja, was ich ziemlich toll finde. Recht säuerlich erinnert mich das Ganze nicht so sehr an klassischen Frischkäse, eher an Yella, falls das jemand kennt. Mein omnivorer Mann findet, es schmecke wie saure Sahne. Enhält keinen Shit und ist damit trotz bombastischem Geschmack und genialer Konsistenz nicht einmal ungesund. ICH BIN BEGEISTERT! Ganz bestimmt prima für Flammkuchen!

Zutaten: Tofu* (Wasser, Sojabohnen* (Herkunft: EU), Milchsäurebakterien-Kulturen), pflanzliches Fett* (ungehärtetes Kokosfett*, kaltgepresstes Leinöl*), Steinsalz
(* = aus kontrolliert biologischem Anbau

Manko: Der Preis. 2,95€/140g

Vegane Blutwerte

In den letzten Jahren habe ich beim Arzt beim Anschauen meiner Blutwerte immer folgendes erlebt:
Ja, die sehen ganz gut aus, ABER Sie haben zu wenig rote Blutkörperchen. Das kommt durch Ihre Ernährung, Sie brauchen mehr Eisen.“ In Verbindung mit Sätzen wie „Die Natur rächt sich irgendwann. Die Vegetarier kommen hier alle mit Eisenmangel und Blutarmut, das ist halt nix. Blablablubb… Blobberbla! Bla!“ aus dem Mund von dicken unsportlichen Ärzten oder aschfahlen Ärztinnen.

Hab ich nie geglaubt, weil mein Eisenwert immer im Normalbereich lag, teilweise im unteren Normalbereich, aber eben im Normalbereich und durch essen mehr pflanzlicher Eisenlieferanten konnte ich den Wert auch hochdrücken. Was soll das also?

Umgezogen, Arzt gewechselt, Blutwerte praktisch identisch:
Ja, mein Mädel, Ihre Blutwerte sind top. Aus Ihnen könnte ich auch einen Astronauten machen. Nur die roten Blutkörperchen, mh Ihr Eisen ist aber in Ordnung… Könnte am Hormon Namevergessen liegen, was die Blutbildung steuert. Vielleicht haben Sie davon zu wenig. Das testen wir mal im Neuen Jahr und wenn es daran liegt, dopen wir Sie halt, wie nen Rennradler.“ und „Nein, Ihre Ernährung ist gut, Sie ernähren sich gesund, machen Sie so weiter.

Soviel dazu. :) BLABLABLABLOBBERBLOB!!!! :D
Nebenbei: Ich bin mittlerweile im 5. Jahr vegan, ich supplementiere Vitamin B12 über Veg1 und im Winter Vitamin D3 über Vitashine und auch mein B12-Wert ist gut.

Eine kleine Übersicht zur Ernährung, in der auch ein paar Eisenlieferanten aufgezählt sind: klick mich

Lahmacun 2

Vor Kurzem gab’s hier einen Beitrag über Lahmacun, leider völlig ohne Mengenangaben. Daher jetzt auch mit Rezept ;) und anlässlich des vergangenen Weltvegantages am 01. November verrate ich euch mein wirklich simples Rezept für eine epische Knofisoße, die zumindest mich die Zeiten von Yofuknofisoßen vergessen lässt (Das Zeug schmeckt mir einfach nicht und hat für mich so gar nichts mit Joghurt zu tun.).

Die Menge reicht für 4 Lahmacun, also 4 Personen.

Am Anfang steht der Hefeteig.

Zutaten:
300 g Mehl
10 g Salz
1 Pck. Trockenhefe
2 EL Olivenöl
200 ml Wasser

Trockene Zutaten vermischen, Öl und Wasser zugeben, den Teig kneten bis geschmeidig und zugedeckt eine halbe Stunde bis Stunde gehen lassen.

Jetzt kommt der Star der Show, meine allerliebste teuflisch stinkige und kalorienhaltige Knofisoße.

Zutaten:
150 ml ungesüßte Sojamilch (Aldi oder Alpro Soja)
100 ml Raps- oder Sonnenblumenöl
2 TL mittelscharfer Senf
1/2 TL Salz
1 Msp. Pfeffer
1 EL Essigessenz (z.B. von Surig)
1 TL granulierter Knoblauch

Wer keinen granulierten Knoblauch zur Verfügung hat, kann 2-3 Zehen frischen Knoblauch fein würfeln und in wenig Öl bei niedriger Hitze garen. Ungegarter Knoblauch verleiht der Soße eine unangenehme Schärfe.

Alle Zutaten in den Mixer, einmal durchmixen, fertig. Geht natürlich auch mit einem Stabmixer. Wer sich über das Öl wundert: Durch das in der Sojamilch enthaltene Lecithin emulgieren Sojamilch und Öl, wodurch eine dickflüssige Soße entsteht. Vegane Majo wird genauso hergestellt, nur mit etwas mehr Öl und ohne Knofi. ;)
Am Besten schmeckt die Soße, wenn sie etwas durchgezogen ist. Wer mag kann nach dem Mixen noch gehackte Petersilie zugeben.

Jetzt kochen wir noch eine Tomaten-Sojahacksoße. Die ist bei mir immer anders. Heute war das drin:

Zutaten:
100g Sojaschnetzel (DM)
1 Zwiebel
3 Zehen Knoblauch
2 Dosen gestückelte Tomaten
1 Schuss Ketchup (mangels Tomatenmark)
Rapsöl
Salz
Gemüsebrühe
Pfeffer
Italienische Kräuter (ja passt voll zum türkischen Essen ^^)
Paprikapulver
Cumin
1 guter Schuß Sriracha (Chili-Knoblauchsoße aus dem Asialaden)

Sojaschnetzel in eine Schüssel geben, mit kochendem Wasser bedecken und 10 Minuten ziehen lassen. In ein Nudelsieb abgießen, kurz unter fließendem Wasser abkühlen und kräftig ausdrücken, um das überschüssige Wasser loszuwerden. Zwiebel und Knoblauch schälen und zerkleinern. Etwas Rapsöl in eine Pfanne geben und die Sojaschnetzel anbraten, die Zwiebel dazugeben und glasig dünsten. Knoblauch, Tomaten und Ketchup/Tomatenmark zufügen, nach Geschmack würzen.

Für die Füllung brauchen wir außerdem Unmengen an Gemüse, ich nehme ganz gerne:

Weißkohl
Rotkohl
Möhren
Zucchini
Tomaten
Salat
Peperoni
glatte Petersilie
zum Pimpen: Chiliflocken

Den Backofen auf 200 °C vorheitzen. Jetzt machen wir uns an den Hefeteig.

Den Hefeteig mit Mehl bestäuben, damit er nicht an den Händen klebt und in zwei gleich große Teile teilen, diese nochmals halbieren.

Die Teigstücke auf einer gut bemehlten Fläche ausrollen. Dabei immer wieder das Teigstück mit einer Hand hochheben, herumdrehen und der anderen Hand die Arbeitsfläche darunter neu bemehlen. So klebt nichts und der Teig lässt sich leicht sehr dünn ausrollen.

Den Teig auf Backpapier auf ein Backblech legen und mit einem Viertel der Tomaten-Sojahacksoße bestreichen.
Ab in den Ofen, dort sollte er nicht allzu lange verweilen, zwar ist er lecker, wenn er am Rand knusprig wird, lässt sich dann aber nur noch schwer rollen.

Herausnehmen, mit Gemüse bestücken, Knofisoße drüber und zusammenrollen. für einfacheres Essen vor dem Füllen auf ein Stück Alufolie legen und diese um den zusammengerollten Lahmacun wickeln. Mahlzeit!

Wer für zwei Personen kocht, kann natürlich die Menge halbieren oder die Hälfte der Soßen und des Teiges für den nächsten Tag aufheben. Nur die gefüllten Lahmacun nicht für später aufheben, der Teig weicht durch, das schmeckt nicht. :)

Mehr veganisierte türkische Rezepte gibt’s zum Beispiel hier: http://vegandelight1.blogspot.de/
Und ein richtig gutes Rezept für Hummus findet sich hier: http://www.chefkoch.de/rezepte/1220881227513212/Hummus-bi-Tahina.html