Väter sind auch Menschen

Dem Europäischen Gerichtshof sei Dank. Ein weiterer Lichtblick in der Geschlechterfrage.
Ich meine, wo bleibt denn da die Gleichberechtigung, liebe Frauen, besonders Feministinnen, wenn ein Mann, weil er biologisch nicht dazu in der Lage ist, ein Kind zu gebären, deshalb weniger Rechte (und Pflichten) in Bezug auf seine Kinder hat?
Aber der Europäische Gerichtshof beweist einmal mehr, dass es auch Menschen gibt, die ihren Kopf auch zu gebrauchen wissen. Und zwar, indem er jetzt feststellt, dass (unverheiratete) Väter auch Menschen sind und daher in puncto Nachwuchs mit Frauen gleich behandelt werden müssten.

Der Gesetzgeber durfte davon ausgehen, dass eine nichteheliche Mutter sich dem Wunsch des Vaters nur dann verweigert, „wenn sie dafür schwerwiegende Gründe hat, die von der Wahrung des Kindeswohls getragen werden“.
Ja ja, was für ein nettes Menschenbild. Aber selbst wenn wir Frauen alle allein aufgrund unseres Geschlechtes wahre Engel sind, warum sollte die Mutter Macht über den Vater haben?

Auf jeden Fall muss nichtehelichen Vätern bald eine gerichtliche Möglichkeit zur Klärung des Sorgerechts gegeben werden. Das hatten die Grünen voriges Jahr bereits erfolglos im Bundestag beantragt.
Und da frage ich mich mal wieder, warum eigentlich die CDU/FDP-Honks an der Macht sind? Wie bereits erwähnt, deren höchster Wert heißt „Geld“ und glauben die Horden schuftender Arbeiter und schlechter verdienender Menschen wirklich, dass es darum geht, ihnen Geld zukommen zu lassen? Aber Frau Merkel kann so schön rumdrucksen, dafür muss man sie einfach wählen.

Von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist aber keine weitreichende Initiative zu erwarten. Sie hielt die unangreifbare Vetoposition der Mütter für richtig.
Warum auch immer -.-

Familienministerin Kristina Köhler wollte sich gestern dazu erst mal nicht nicht äußern.
Ich hoffe nur, dass dieser Spackenverein nicht wiedergewählt wird. Däumchendrehen im Großen Stil, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht.

Bis zur Änderung des deutschen Rechts haben nichteheliche Väter keine Chance, ein gemeinsames Sorgerecht zu erzwingen. In dramatischen Fällen – wenn etwa die Mutter mit dem Kind in einen anderen Erdteil ziehen will – kann der Vater das Familiengericht anrufen, aber auf einer anderen Rechtsgrundlage (Paragraf 1666 BGB). Das Gericht muss dann prüfen, ob der drohende Verlust des Kontakts zum Vater das Kindeswohl gefährdet.
Wenn der Fall umgekehrt vorläge, würde man doch auch „die arme Mutter“ bedauern, nicht wahr? Aber wie wir alle wissen, haben Männer keinerlei Gefühle und engagieren sich nur aus Macht- und Rachegelüsten für das Sorgerecht.

Angelika Nake, Familienrechtsexpertin vom Juristinnenbund, kennt schwierige Fälle gemeinsamer Sorge und findet: „Das Urteil verliert das Kindeswohl etwas aus dem Blick“. Aus ihrer Praxis zitiert sie den Fall eines Vaters, der verbieten ließ, dass der von der Mutter gewünschte Vorname in die Geburtsurkunde eingetragen wird. Ein anderer Vater wollte nicht, dass sein Kind in die teurere Kita mit Bioessen geht. „Sie müssen dann jedes Mal Gerichte bemühen, und das tut dem Kindeswohl garantiert nicht gut“, so Nake.
Liebe Frau Nake, das ist ja wirklich entsetzlich, dass das Kind nicht so heißen wird, wie die MUTTER es wollte. Erschütternd, wenn Väter nun auch noch in der Namenswahl mitreden wollen. Die Rechte der Frauen sollten gestärkt werden, bevor das Ganze zu weit geht und wir wirklich auch in Kinderfragen eine Gleichberechtigung haben. Und dann ein Vater der auf die Finanzen schaut.. tztz.. (nicht dass ich etwas gegen Bioessen hätte).
Manchmal glaube ich, dass Feministinnen, wenn es um den alten „Frauenbereich“ Kinder, Familie, Haushalt geht, ein wenig Angst haben, Männer könnten sich als genauso kompetent erweisen. Dabei ist doch völlig klar, liebe Feministinnen, dass so etwas uns Frauen im Blut liegt.

Oh, wo ich mich gerade so schön in Rage geschrieben habe, fällt mir zum Thema noch ein schöner Link ein.


3 Antworten auf „Väter sind auch Menschen“


  1. 1 17. Dezember 2009 um 23:02 Uhr

    …ganz genau so iss es, Töchterlein.

    Schönen Gruß
    nach Trier

    Dein Vater (der gottseidank damals so schlau war, deine Mutter zu heiraten)

  2. 2 pepperann 18. Dezember 2009 um 11:32 Uhr

    Der Papa! :D

  3. 3 sascha 21. Dezember 2009 um 2:33 Uhr

    Danke ,meine tochter hat weder den 2 namen bekommen den ich für sie ausgesucht hatte noch hat die mutter mich in die geburtsurkunde eintragen lassen :( ,aber die konto daten von ihr hatte ich schon vor der geburt bekommen !!

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