Archiv für Oktober 2010

Liebe Axel Springer AG, …

Nach diesem unheimlich seriösen Bericht auf Welt Online: Vegetarische Kost kann für Babys gefährlich werden, hat der Vegetarierbund vegetarische und vegane Eltern aufgerufen, ihre Erfahrungen zur Gegendarstellung in Kommentare zu verpacken.
Auch wenn ich keine Kinder habe, konnte ich mich nicht zurückhalten, ebenfalls meinen Senf dazuzugeben. Da die Axel Springer AG Zensur jedoch für eine prima Sache hält, drehe ich den Spieß eben um.
Von meinem Blog aus darf nämlich verlinkt werden und ich veröffentliche auch gerne meine eigentlich recht harmlosen Kommentare. Ätsch.

PepperAnn aka Zensurstinkt schrieb:
„Der Bericht lässt doch stark an der Seriosität von Welt Online zweifeln.

Ich möchte überhaupt nicht abstreiten, dass es vorliegenden und vergleichbare Fälle unter Veganern gibt. Aber es handelt sich hier um einen Fall nicht richtig aufgeklärter, verbohrter Eltern, wie es sie sicher auch unter Fleischessern gibt.

Welcher Gruppe diese Eltern speziell auch immer zuzuordnen sind, ihren Fall auf alle Veganer zu übertragen ist unverschämt und zeugt von Unwissenheit auf Seiten des Autors oder aber vom Versuch, die Leserschaft gezielt zu manipulieren.

Eine gute vegane Ernährung bedarf mehr Wissens über Inhaltstoffe von Nahrungsmitteln und Bedürfnissen des menschlichen Körpers als eine omnivore Ernährung, aber wenn sie richtig angegangen wird, ist mit keinem Mangel für Erwachsene oder deren Kinder zu rechnen.

Veganismus ist nicht mit Kindeswohlgefährdung gleichzusetzen, wie es traurigerweise in diesem Artikel vermittelt wird.“

PepperAnn aka Zensurstinkt schrieb:

„Der Bericht ist ebenso unseriös und meinungsverzerrend, wie die Tatsache der Zensur vollkommen harmloser Kommentare.“

Klarstellung

Irgendjemand ist über google mit der Frage „ist ein deutscher christ ein harbi“ auf meinem Blog gelandet.
Um eine eindeutige Antwort zu geben:
Nein, ein deutscher Christ ist ein ebenso ein Mensch wie ein Muslim und wie im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland nachzulesen ist, darf kein Mensch aufgrund seines Glaubens getötet, vertrieben, versklavt oder sein Eigentum als Kriegsbeute genommen werden.

Wer kein Grundgesetz besitzt, kann hier noch einmal genau nachlesen, was ich meine:
http://www.bundestag.de/dokumente/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_01.html

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen.

Die Sache mit dem Kohl

Irgendein seltsamer Mensch hat einen Kohl auf meinem Balkon platziert.
Wohl in der Hoffnung, ich möge damit kochen, ihn essen und nächste Woche zu Beginn der Univeranstaltungen meine Kommilitonen mit unangenehmen Gerüchen belästigen.

„Kopfkohl“ heißt das Zeug, eine Form von Weißkohl, zumindest war das das, was ich bei wikipedia rausfinden konnte.

Allgemein hat man eine eher negative Beziehung zu Kohl: Kohl stinkt, Kohl schmeckt nicht, Kohl verursacht Blähungen.

Als frische Veganerin, die das Essen plötzlich neu entdeckt, war ich schnell von Broccoli, Blumenkohl, Kohlrabi, und Rotkraut überzeugt, spannend ist auch: Raps gehört ebenfalls zum Kohl.
Ich esse insgesamt also weitaus mehr Kohlsorten, als ich auf Anhieb denken würde, dennoch weckt das Wort „Kohl“ nach wie vor eher unangenehme Assoziationen.
Nachdem auch Rosenkohl mich vom Geschmack her überzeugt hat und die ersten beiden Vorurteile vertrieben wurden, war die Folgewirkung eher stinkig und Vorurteil Nummer 3 wurde mehr als bestätigt. Also vorerst genug vom Kohl, auch wenn er durchaus lecker ist.
Aber wie es aussieht, kennt meine Umgebung keine Gnade, Mr. Kopfkohl will verwertet werden, da muss ich wohl durch.

Versuch Nummer 1, inspiriert von einer Gemüse-Reispfanne mit Kohl, die ich Anno Dazumal bei Schatzi gegessen habe:

Zutaten (für eine Person):

3/4 Tasse Naturreis
1,5 Tassen Wasser
1 große Möhre, in kleinen Stücken
1 kleine Zwiebel, gewürfelt
2 Zehen Knoblauch, gehackt
1 dicke Scheibe Kopfkohl, grob gehackt
Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer
Paprikapulver
Sojasoße
Öl

Zubereitung:

Den Reis mit etwas Gemüsebrühe und Wasser in einen Topf geben, kurz aufkochen lassen und dann bei geringer Hitze mit geschlosssenem Deckel köcheln lassen, bis das Wasser verschwunden ist.
Die Möhre als erstes in etwas Öl andünsten, nach ein paar Minuten die Zwiebel dazugeben.
Wenn die Zwiebel glasig ist, und anfängt zu bräunen, Knoblauch und Kohl dazugeben und kurz mitdünsten.
Nach 2-3 Minuten den Reis dazugeben. Während der Reis noch ein paar Minuten mitbrät, das Ganze mit Sojasoße, Pfeffer, Salz und Paprikapulver abschmecken.

Fazit:
Erstaunlich gut.
Abgesehen von der langen Kochzeit des Naturreis‘ ein schnelles und einfach zu machendes Essen. Die Erwartung unangenehmer Nachwirkungen bleibt derzeit unbestätigt.
Wenn man sich überlegt, dass Kohl regional eingekauft werden kann, günstig ist, sich leicht und lang lagern lässt und man ihn eigentlich auch vielseitig verwerten kann, werden wir vielleicht doch noch wahre Freunde. Gesund ist er allemal: http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fkohl#Inhaltsstoffe.

Schokocremes


Im Bioladen gefunden. Total überteuert aber lecker!
Tatsächlich findet sich das süße Zeug deutlich billiger auch in verschiedenen Varianten in Veganshops… Und das Selbermachen aus Nougat ist natürlich noch wesentlich preisgünstiger.

Kastanienbratlinge und Rosenkohl

Kastanienlinsenbraten klingt lecker und da ich letzte Woche mit fleißiger Unterstützung noch einige Esskastanien im Wald gesammelt hatte, haben der Mann meines Herzens und ich uns an einem solchen versucht.
Die beiden Rezepte, die wir zur Orientierung verwendet haben, waren leider mit Ei. Das vegane Ergebnis war nicht so prall, fiel ziemlich auseinander und hatte trotz eifrigem Einpinseln mit Öl keine nennenswerte Kruste.
Die 50 Minuten im Ofen waren auch sonst unnötig, denn die Linsen und die Kastanien waren ja schon zuvor gegart.
Nach der Fitzelarbeit beim Kastanienschälen war das dann schon etwas ernüchternd, aber Schatzis Yummi-Pilzsoße hat es dann noch einigermaßen rausgerissen.

Was tun mit 2/3 Kastanienlinsenbraten von gestern, der nur so lala ist?
Kastanienlinsenbratlinge! Und wo wir gerade dabei sind, wag ich mich endlich mal an Rosenkohl, den ich noch nie zuvor gegessen habe. Dazu den gestreckten Rest der Pilzsoße.
Ergebnis: Köstlich! :)

Zutaten Pi mal Daumen:

Für die Bratlinge:
200 g braune Linsen
200 g Esskastanien
Salz
Pfeffer
Petersilie
Paniermehl
Etwas Gluten, No Egg oder Sojamehl

Für den Rosenkohl:
Rosenkohl
1 Zwiebel

Für die Pilzsoße:
200g Champignons
Mehl
Öl oder Margarine
etwas vom Rosenkohlwasser
Kräuter der Provence
Sojasoße
Knoblauchpulver
Gemüsebrühe
Cumin
eine Spur Muskat

Zubereitung:

Die Bratlinge:
Die Linsen 30 Minuten kochen, dann in einem Sieb abtropfen lassen. Die Kastanien 10-15 Minuten kochen, schälen und mit einer Gabel zerdrücken, die Linsen und etwas Paniermehl zugeben, mit Pfeffer,Salz und Petersilie würzen. Wer mag kann auch eine Zwiebel dazutun oder andere lustige Gewürze reinhauen.
Sollte der Teig sich nicht anständig zu Bratlingen formen lassen, etwas Gluten o.ä. zugeben und zu Bratlingen formen. Diese zunächst in einer Mischung aus etwas Mehl (alternativ Sojamehl, Gluten oder No Egg) und Wasser, dann in Paniermehl wenden und anschließend von beiden Seiten in einer Pfanne mit ordentlich Öl schön bräunen.

Der Rosenkohl:
Die Stängel kürzen und kreuzförmig einschneiden, die äußeren Blättchen entfernen. Den Kohl etwa 15 Minuten in Wasser kochen und anschließend mit einer Kelle herausnehmen (Wir brauchen das Wasser noch für die Soße!) und kurz abtropfen lassen.
Eine Zwiebel schälen und würfeln und in Öl andünsten, den Rosenkohl dazugeben und kurz mitbraten.

Die Pilzsoße:
Zunächst das Stielende entfernen, die Pilze waschen und in dünne Scheiben schneiden, dann mit etwas Salz (zieht das Wasser heraus) in einer Pfanne in Öl anbraten bis die Pilze kein Wasser mehr abgeben. Etwas Mehl zu den Pilzen geben, unter ständigem Rühren kurz weiterbraten (nicht zu heiß), das Ganze dann mit etwas Rosenkohlwasser ablöschen. Kräftig würzen und köcheln lassen, bis die Soße abbindet.

Überraschungspost

Als ich heute morgen nichtsahnend den Briefkasten geöffnet habe, erwartete mich eine Überraschung von der sich selbst so bezeichnenden „inländerfreundlichnen Opposition“.
Nach kurzer Verwirrung hatten Daniel und ich einen sehr lustigen Morgen mit Lachtränen. Was so alles in dem Blättchen stand, muss hier nicht veröffentlicht werden, aber als kleines Schmankerl ein Video.
Wer danach noch nicht genug hat, mag sich folgenden Wikipediaartikel anschauen: Safet Babic. Viel Spaß!