Archiv für August 2013

Feuchtgebiete – Warum der Film daneben ist

Als das Buch herauskam hat meine beste Freundin es gelesen und was blieb mir anderes übrig, ich las es auch. Ja, es ist eklig, für jeden Geschmack ist etwas dabei, das einem die Zehennägel aufrollt. Aber meiner Meinung nach hat das Buch absolut seine Daseinsberechtigung: Es macht den Kopf frei, wo die Gesellschaft Schranken einbaut. Gestern waren wir im Film. Ich urteile: knapp daneben. Was ist also am Film auszusetzen?

Autorin Charlotte Roche versteht sich selbst Feministin, sie will einen „sexpostitiven“ Feminismus vertreten.
Mit ihrem Buch und nun dem Film wendet sie sich gegen Rasurzwang, übertriebene Hygiene, knapp die Verteufelung des menschlichen (besonders des weiblichen) Körpers mit allem was dazugehört.
Das finde ich gut, denn was wäre das für eine tolle Einstellung: Körper sind nicht schmutzig, nur weil sie funktionieren und nicht hässlich, bloß weil sie nicht aus Plastik sind und 1:1 dem irgendeines dieser wandelnden Kleiderbügel entsprechen.

Man muss die Art und Weise, auf die Roche versucht, gegen den Schönheits- und Reinheitswahn anzugehen nicht mögen, aber wenn man verstanden hat, was sie da tut, dann hat es Hand und Fuß.

109 Minuten lang spielt die Protagonistin Helen also mit ihrem Körper, allen dazugehörigen Ausscheidungen und dem Ekelgefühl des Publikums unter dem Motto „offener Umgang mit dem, was gewöhnlich keiner sehen will“. Der Film wirkt soweit wie das Buch: man ekelt sich, mal mehr mal weniger und bekommt das Hirn frei geblasen.

Dass das Buchlese-Kopfkino und der aus dem Buch entstandene Film nicht identisch sind ist gut, sonst hätte ich ja kein Geld für die Kinokarte ausgegeben. Was mich aber gigantisch stört:
Der Film zeigt ohne viel Tamtam nackte Menschen. Sogar auf eine Pizza ejakulierende Penisse in Großaufnahme werden den Zuschauern zugemutet, 109 Minuten lang kann ich aber keine einzige Vulva entdecken. Was soll ich denn bitte davon halten?
Man hätte natürlich auch ganz auf explizite Darstellungen verzichten können, das hätte diesem Film seltsam angestanden, doch entweder oder.
Dabei räkelt sich Protagonistin Helen ganz freizügig und völlig ohne Scham. Soll dieser Film nicht schockieren, uns Zuschauern die Kopfschranken knacken? Noch nie habe ich verstanden, was an einem nackten Menschen nun so schlimm, so schlecht sein soll.

Die Kameraführung jedenfalls versteckt das weibliche Geschlecht schamhaft hinterm Schamhaar. Helens Po, Helens Knie, Helens Oberschenkel, Helens Schambehaarung, Helens Brüste, Helens Bauch.
Hier wird keine Schranke geknackt, kein positiver Umgang mit dem weiblichen Körper geübt. Die Kamera bleibt brav, dort wo die Gesellschaft sie haben will. Denn zwischen Helens Beinen liegt es, das Unaussprechliche, das Unffilmbare.

Bleibt also eine Frage: Frau Roche, wo sind die ganzen Pussies?

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Vor ein paar Jahren war ich etwa ein Jahr lang Mitglied des Deutschen Tierschutzbunds, habe als Studentin 5 Euro im Monat gezahlt und gehofft, so zum Tierschutz in Deutschland beizutragen.
Alle zwei Monate schickte mir der Deutsche Tierschutzbund seine Zeitschrift „Du und das Tier“ zu.
Ich mailte, man möge das doch bitte einstellen und mir die Zeitschrift gar nicht oder wenn möglich als Mail zukommen lassen. Denn ich dachte mir, dass so von meinen 5 Euro monatlich nicht viel übrig bliebe.
Mir wurde mitgeteilt, dass angedacht sei, die Zeitschrift in Zukunft auch per Mail zu schicken, es würde dann in Kürze umgestellt.

Passiert ist ein Jahr lang nichts, stattdessen erhielt ich neben der Zeitschrift regelmäßig Überweisungsvordrucke mit dem Aufruf zur Spende.
Woher nehmen wenn nicht stehlen? Vielleicht für das schlechte Gewissen an die Wand hängen?
… Nein, dann also doch als Papierspende in den Altpapiercontainer…

Ich mailte noch einmal, erwähnte noch einmal mein Anliegen zur Zeitschrift und regte an, doch öfter einmal vegane statt vegetarische Rezepte abzudrucken. Die Antwort enthielt nichts zum Zusenden der Zeitschrift, aber die Aussage, dass die Leser eben nicht vegan wären, warum also vegane Rezepte?

Nach etwa einem Jahr kündigte ich meine Mitgliedschaft.
Ich sah es nicht ein, von meinem sauer Ersparten nicht Tieren zu helfen, sondern eine Zeitschrift zu erwerben, die ich kaum lese und die stets unvegane Rezepte enthält.
Immerhin, die Rezepte waren durchweg vegetarisch, was ja toll ist! Aber aus meiner Sicht reicht das eben nicht ganz, wenn man sich als Organisation Tierschutz auf die Fahne schreibt.

Vor knapp einem Jahr brachte der Deutsche Tierschutzbund dann ein Tierschutzlabel heraus. Der Tierschutzbund wolle dadurch die Haltungsbedingungen von Masttieren verbessern, schrieb er.
(Link zur entsprechenden Seite des Tierschutzbunds).

Wie das dann in der Realität aussieht zeigt dieses kurze Video, in dem Report Mainz versucht, die Aussagekraft des Labels zu überprüfen.

So sieht also tierschutzzertifizierte Haltung von Schweinen aus? (Nebenbei: Wie sieht dann bitte konventionelle Haltung aus???)
Für mich hat der Deutsche Tierschutzbund damit endgültig seine Glaubwürdigkeit verloren. Denn was bewirkt dieses Label außer einer Verbesserung des Images von Produkten aus Massentierhaltung und einer Einnahmequelle für den Deutschen Tierschutzbund?

Gepostet wurde das Video auf youtube übrigens von der Albert-Schweitzer-Stiftung. Wer sein Geld sinnvoll für Tierschutz einsetzen möchte, ist meiner Meinung hier am Besten aufgehoben.
Dort erhält man weder unnötige Zeitschriften noch zwecklose Spendenaufrufe (Wenn ich spenden will/kann, dann tue ich das ohne Aufruf, sonst wäre ich wohl kaum zahlendes Mitglied einer Organisation, so ein Bullshit).

Und Veganismus wird von der Albert-Schweitzer-Stiftung nicht skeptisch beäugt, sondern ist ihr ein Anliegen.

Link zur Seite: http://albert-schweitzer-stiftung.de/

Patrik Baboumian mal wieder

Wer will wohlgenährte, vor Kraft strotzende Veganer sehen? Hier hätten wir ein besonders kräftiges Exemplar. :D

(Wild-)Tiere im Zirkus

Die Petition zum Video findet ihr hier.
Weitere aktuelle Petitionen findet ihr links bei den Links.

Vegan Black Metalchef #15

Mittlerweile ist Folge 15 draußen und ich bin nach wie vor ein großer Fan! Die Videos sind einfach unterhaltsam und beweisen Unmengen an Humor!

Btw.: Ich schaffe es selten, mir die Zeit zu nehmen und Rezepte nachzukochen. Aber das Pad Thai aus Folge 1 war mittlerweile dabei. Mein Urteil: Genial lecker, aber furchtbare Kalorienbombe. ;)

Pizza Pizza

Ursprünglich war Pizza ein Arme-Leute-Essen, bei dem Reste verwertet wurden. Ich esse sie nicht nur dick und deftig belegt, sondern auch oft wenn ich kaum noch etwas im Haus habe oder um Gemüsereste zu verwerten.
Da kann so ziemlich alles drauf und mit gutem Teig und ein paar Kräutern und Gewürzen schmeckt das immer und ist ratz-fatz gemacht, wenn man keine Lust auf groß kochen hat! ♥


Hier mit viel Knoblauch, frischen Tomaten aus Opas Garten, in Öl eingelegten Artischocken, Jalapeños und frischem Basilikum.

Teig

500 g Mehl
1 Pck. Trockenhefe
10 g Salz
10 g Zucker
2-3 EL Olivenöl
~330 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung

Trockene Zutaten vermischen, Öl und Wasser dazugeben, ordentlich durchkneten und mindestens eine halbe Stunde, besser 1-2 Stunden abgedeckt (feuchtes Tuch, Teller) in einer Schüssel gehen lassen.
Die Hände ordentlich einölen, die gewünschte Menge Teig abnehmen und auf einem Stück Backpapier zu einer Pizza formen. Belegen und bei 200-250 °C für 10-20 Minuten (je nach Belag) in den Ofen.

Drauf kommt, was immer ihr da habt und mögt. Tomaten, frisch oder aus der Dose, Knoblauch, Zwiebeln, Peperoni, sämtliche Sorten von Antipasti, Tofu, vegane Wurst, vorher fertig gewürztes Sojafleisch (am leckersten wenn vorher angebraten), Mais, Bohnen, Erbsen, Ananas, Nudeln, Soßenreste, Käseersatz, Ciliflocken, Gewürze aller Art, was immer euer Herz begehrt und der Kühlschrank hergibt.
Selbst Möhren oder Broccoli machen sich prima auf einer Pizza, besser ist es jedoch, wenn man solche Gemüse vorher kurz andünstet, sonst werden sie nicht ganz gar. Frische Kräuter oder Rucola gibt man am Besten erst auf die Pizza, wenn diese aus dem Ofen kommt, sonst verbrennen sie.

Damit eine dünn belegte Pizza nicht zu trocken wird, kann man nach dem Belegen etwas Olivenöl darüber träufeln, es schmeckt auch immer gut, zum Schluss noch eine Prise Salz darüber zu streuen. Nach dem Backen kann man mit Würzsoßen pimpen, z.B. mit Sriracha, Tabasco oder schnödem Ketchup.

Teigreste kann man (im Sommer am Besten im Kühlschrank aufheben) am nächsten Tag noch verwerten und hat so wenig Arbeit für’s Mittagessen. :)

Überarbeitung

Hallihallo Leute! Anne is back!

Dass dieser Blog hier so verwahrlost rumgammelt stinkt mir! Es muss etwas passieren, ich bin also wieder da!

Erste Amtshandlung: Überprüfung und vorläufige Aktualisierung der Links, die ihr auf der linken Seite findet. Neu ist die Link-Kategorie „Aktuelle Petitionen“.
Wer von euch noch wichtige Petitionen hinzuzufügen hat, kann mir solche jederzeit, egal unter welchem Beitrag als Kommentar schreiben. Sämtliche Kommentare müssen von mir freigeschaltet werden. Ihr könnt die Kommentare also auch einfach als Kommunikationsweg zu mir nutzen und hinzufügen, dass ihr nicht unter dem Beitrag erscheinen wollt.

Ob es irgendwann auch eine komplett frische, neue Seite geben wird steht noch in den Sternen. In nächster Zeit jedenfalls nicht. Aber ganz ohne bloggen ist auch doof. Also endlich weiter hier! ;)
Ich plane für’s Erste einen Beitrag pro Woche, schaut doch mal ab und an vorbei!

Wacken 2013 war übrigens toll.
Der vegane Döner vom letzten Jahr war wieder da, aber mit gepimpter Soße: Knoblauchsoße, Remoulade und BBQ. Einfach geilo! ♥
An vier Tagen gab’s für mich täglich einmal Döner und eine Soße war besser als die andere! Samstagsabends war dann das Sojafleisch ausverkauft! Klasse, weiter so Leute! Ich hoffe, in den kommenden Jahren wird die Anzahl an vegetarisch/veganen Ständen steigen!

Ansonsten wieder trockene Füße dank Vegetarian Shoes! :)

Die Fahrt zum Schlachthof im Hochsommer